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Was will eigentlich das Projekt?

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Wenn ich Teams- und Projekte begleite, dann geht es oft darum, den Raum zu schaffen, dass alle Beteiligten mit ihren Ideen und Erfahrungen gehört werden.

Wir versuchen das Feld zu erkunden, die Weisheit einzusammeln, um mehr zu verstehen, wohin es gehen soll. Wer sind die, die dem Projekt Leben einhauchen? Und wer sind die, die genau davon profitieren und das nutzen werden und mit ihren (finanziellen) Ressourcen am Leben halten?

Aber selten fragen wir danach, was das Projekt oder die Organisation „will“.

Menschen kommen und gehen. Aber Projekte überleben die Menschen, die darin Rollen und Aufgaben übernehmen.

Nur, wer fragt das Projekt? Das Projekt zu fragen und als eine Art eigenes „Wesen“ mit einer eigenen Richtung, Vision und Eigenheiten zu sehen, bringt ganz neue Erkenntnisse und hilft bei der Ausrichtung.

Und so frage und erkunde ich auf Wunsch auch die Bedürfnisse der Organisation.

Dabei geht es also nicht darum, was die Einzelnen sich wünschen und erhoffen, sondern es geht darum zu ergründen, in welche Richtung sich die Organisation entwickeln „will“. Denn jedes Team, jede Organisation hat auch einen Charakter, einen Reifungsprozess und vielleicht auch so etwas wie ein Potential und Schicksal.

Wenn man weiß welchen „Beat“ eine Organisation hat, können die Einzelnen auch besser entscheiden, ob sie mit ihren Fähigkeiten, Talenten und Erwartungen und Bedürfnissen an der richtigen Stelle sind.

Denn je mehr der Charakter der Organisation, mit dem seiner Mitglieder übereinstimmt, desto einfacher ist es, etwas zu bewirken: als Organisation, als Team und als Individuum.

Natürlich kann man aus jeder Situation etwas machen und etwas bewirken. Doch wer schon mal erlebt hat, wie es ist, wenn die Umgebung mit dem eigenen „Wesen“ im Einklang ist oder es gar unterstützt, hat auch die Erfahrung gemacht, dass dann alles leicht von der Hand geht. Und ebenso kennen sicherlich viele, wieviel Kraft es kostet und wie sehr es ermüdet, wenn in die Arbeitsgebung die inneren Werte oder auch den eigenen Stil nicht widerspiegelt und unterstützt.

Und manchmal, manchmal lösen sich Arbeitsteams auf, die Initiatoren einer Idee gehen andere Wege, und doch, die Ursprungsidee bleibt, das Projekt lebt und wartet auf die nächste Besetzung.

Dies zumindest habe ich immer wieder erlebt und darüber gestaunt. Inzwischen geht es mir darum, frühzeitig genau hinzuschauen. Nur wenn das Team mit sich und mit dem Projekt im Einklang ist, kann es das beste aus sich hervorbringen. Fehlt dieses Zusammenspiel können Hoffnungen, Erwartungen, Projektionen leicht zu trennenden Konflikten und Enttäuschungen führen, aber kaum zu Reifung und Wachstum.

Und wie geht das?

Wichtig ist es, die eigene Rolle und den eigenen Blickwinkel verlassen zu können und die Perspektive der Organisation oder des Projekts einzunehmen.

Wenn ich mit Team und Organisationen arbeite, dann arbeite ich gerne auch mit einem Platzhalter, einem Stuhl, auf den sich die Mitglieder setzen können, um für das Projekt oder die Organisation zu sprechen. Ich bitte sie dabei, erst zu sprechen, wenn sie sich einen Moment auf dem Platz in das Projekt hineingefühlt haben. Manchmal sind sie selbst überrascht, was dann aus ihnen spricht.

Vielleicht wächst daraus ein wenig Demut für unser eigenes Leben und das, wofür wir unser Leben zur Verfügung stellen. Es muss passen, damit die Früchte nicht nur Träume sind, sondern auch wirklich aufgehen.

Eine Pflanze, die an einer unpassenden Stelle steht, wird viel Energie brauchen, um zu ihrer Blüte zu kommen. Mit uns Menschen verhält es sich nicht anders. Und mit Projekten ebenso.

Einen Moment länger und genauer hinsehen, hinhören hilft, um gute Entscheidungen zu treffen und sich nicht in etwas zu verrennen, was einfach nicht so gut 

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