Es soll Spaß und Freude machen.
Arbeit soll leicht sein.

In den Gruppen und Teams, mit denen ich arbeite, nehme ich vermehrt wahr, wie Menschen darauf achten das zu tun, was ihnen Spaß macht, wofür Sie „einen Impuls verspüren“.
Druck – oder Dinge tun, die keinen Spaß machen, sich nicht leicht anfühlen oder gar irgendwie den Geschmack von „Müssen“ haben, sind verpönt.

Es ist wunderbar, dass wir uns für eine neue Arbeitskultur einsetzen. Doch zugleich überkommen mich Zweifel, ob wir nicht in die falsche Richtung laufen und uns verführen lassen von etwas, was nicht nachhaltig ist und uns klein hält und uns nicht erwachsen und verantwortungsvoll agieren lässt.

Wenn der einzige Motor ist, das zu tun, was Spaß macht oder worauf man Lust hat, ich fürchte da ist mensch alles andere als gut beraten. Mehr noch, wenn Lust und Spaß das einzige ist, was in Bewegung versetzt, dann ist mensch leicht manipulier- und verführbar.
Sich für Dinge engagieren, etwas tun, was getan werden muss, auch wenn es keine Freude macht, ich wünsche sehr, dass wir diesen Antrieb nicht verlernen und aus dem Blick verlieren.

Und es geht nicht nur um das eigene Wohlsein und die eigenen Begrenzungen und Befindlichkeiten. Es geht nicht darum, irgendwem gehorsam zu sein oder sich sinnlosem Druck oder Angst auszusetzen.
Aber vielleicht geht es auch darum, mit Druck, mit Anforderungen, mit Ängsten umgehen zu können und um die Fähigkeit einen Blick für das zu haben, was mehr ist als das eigene Wohlsein und was zugleich das eigene Wohlsein umschließt.